Marciniak, Steffen

Marciniak Steffen copyright Markus GrötekeSteffen Marciniak wurde in der pommerschen Hansestadt Stralsund geboren. Früh den auslaufenden Schiffen ins unerreichbar scheinende Schweden nachschauend, und damals, in der DDR, ohne Hoffnung je an Bord in die Fremde gehen zu dürfen, wuchs früh sein Traum, die Welt zu bereisen. Näher lag in seiner Jugendzeit zunächst das unendliche Reich der Märchen und Mythen, und es begann seine Entdeckungsreise durch die Literaturen und Kulturen der Welt. Bereits im Alter von elf Jahren entstanden erste Abenteuergeschichten. In der Gymnasialzeit fand er in Hermann Hesse einen ersten Lieblingsschriftsteller. In dem hessischen Büchner-Preisträger von 1932, Albert H. Rausch (Psd. Henry Benrath) entdeckte der Autor schließlich sein „Alter Ego“ unter den Dichtern. Eine besondere literarische Vorliebe gilt der Lyrik, besonders Stefan George. Sein Interesse gilt ebenfalls der Kunst, wie der Klassischen Musik.
Steffen Marciniak lebt seit 1988 in Berlin, dort studierte er Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität und arbeitete fortan im Buchhandel und im Antiquariat, mit Einblicken in das Verlagswesen und er arbeitete als Lektor. Im Jahr 2011 lebte er für ein Jahr in Lateinamerika und Asien, schrieb in dieser Zeit an einem bislang unvollendeten Roman. In ihm findet man den zentralen Mittelpunkt, aus dem sich seine bislang erschienenen Dichtungen speisen.
Seit 2014 erscheinen die als Nonalogie gedachten „Ephebischen Novellen“, in denen Nebenfiguren der griechischen Mythenwelt im Zentrum der Geschichten stehen. Jede, der in sich abgeschlossenen Novellen wird von einem anderen Künstler illustriert.
Im April 2016 übernimmt Steffen Marciniak die Aufgabe des Moderators in der „Karlshorster Abendgesellschaft“, einer Gesprächsrunde mit zwei Gästen zu Themen aus dem kulturpolitischen Bereich. (Foto C: Markus Gröteke)

Im Internet findet man seine Autorenseite: facebook: www.facebook.com/steffenmarciniak

Hylas Cover   Kyparissos Cover
Werke:

– „HYLAS oder Der Triumph der Nymphe„, 2014, Aphaia VerlagGay in May
– „KYPARISSOS oder Die Gabe des Orakels„, 2015, Aphaia Verlag

griechische-einladung-in-die-politik   Marciniak Steffen 3
Beteiligungen an Anthologien:

– „HARMODIOS und ARISTOGEITON oder Das Ende der Tyrannis“, 2015, Größenwahn Verlag, in: „Griechische Einladung in die Politik„, hg. von Edit Engelmann.
– „Von Jünglingen, Biestern und Ost-Schauspielern„, 2015, Verlag Mikrotext, in: „Straight to your heart. Verbotene Liebe 1995-2015“, hg. von Stefan Mesch und Nikola Richter

 

Dichterworte zum „HYLAS“
Der Halbgott Herakles verliebt sich in den zarten wie schönen Tyrannensohn Hylas, der während der Argonautenfahrt beim Wasserholen von der liebeswütigen Nymphe Dryope geraubt wird, womit sich ewig brennende Sehnsucht in die Brust des suchenden Freundes senkt. Steffen Marciniak erzählt diese zwischen den Göttern, Elementen und Geschlechtern taumelnde Liebe ohne jede süßliche Anakreontik. Seine Novelle ist voller Schlachtengeräusch und Gefühlsschauer, seine Sprache fein verästelt und doch immer kraftvoll. Der Mythos lebt.
Martin A. Völker

Den „Hylas“ las ich mit großer Freude an der eigenwilligen Sprachform und dem schönen Thema. Viel griechische Mythologie wird verarbeitet und gedeutet, aber man spürt, dass da ein innerer Bezug besteht und es kein modisches Klappern mit antiken Sandalen ist.
Michael Speier

In poetisch klangvollendeter Sprache erweckt der Autor die Mythologie Griechenlands erneut zum Leben und reichert sie mit ganz eigenen Blickwinkeln an, welche die eigene Gedankenwelt, um bisher unbeachtete Möglichkeiten erweitern. Empfehlenswert, wenn man nicht scheu ist, eine bekannte Welt mit neu geöffneten Augen zu sehen.
Alexander Günther

Dichterworte zum „KYPARISSOS“:

Feiner schwingende Beziehungen tragen die Hauptfabel; Steffen Marciniak widmet sich immer wieder der Schilderung von Seelen-Erlebnissen; hier vermag er Treffliches hervorzuholen. Über die Beschreibung von manchmal langen Gefühlsketten macht er damit erlebbar, was ein bloßes Kulturlexikon mit seiner ständig abkürzenden und substantivreichen Diktion nicht schafft. Er emotionalisiert antik-griechische Verhältnisse. Hier setzt der Dichter seine sehr eigenen Betonungen. Was Steffen Marciniak etwa darstellt – mehrfach und mit Inbrunst – : dass die Befindlichkeit seines Kyparissos, des jungen Epheben, unmerklich aus einem als normal anzusehenden Wachzustand übergehen kann in den Traumzustand. Und dass aber das Zurück aus dem Zustand Traum nicht durch solche Unmerklichkeit gekennzeichnet ist, sondern durch eine als abrupt erlebte Änderung. So bringt Steffen Marciniak den Umgang eines Menschen mit dem Gotte zusammen, so zeichnet er die Berührung eines irdischen Mannes mit dem Göttlichen; und er versieht dabei trotzdem noch – sehr sympathisch – dieses Eintauchen in den jeweils anderen Daseins-Modus mit einem Fragezeichen. Handelt es sich um Geträumtes … oder doch nicht?
Harald Gröhler

Jeder Inhalt braucht seine Form. Steffen Marciniak hat für diesen phantastischen, uralten und doch auf heute übertragbaren Inhalt die sprachliche Form gefunden, die ihm angemessen ist. Ich spürte auf einmal beim Lesen die Wahrhaftigkeit, die Leidenschaft, die Sehnsucht und Begeisterung des erzählenden Autors, der sich in der mythologischen Welt der Griechen verliert und findet. Die Geschichte erzählt vom ewig Gleichen in unserem Dasein, von der menschgegebenen Wiederkehr des mörderischen Siegens und Verlierens, die das kurze Gedicht von Goethe so treffend beschreibt („…. Amboss oder Hammer sein.“) Kyparissos, der Künstler, will sich diesem Gebot nicht fügen, er sieht es nicht ein. Sein Hader und seine unermessliche Trauer sind in dem Dialog mit Silvanus wundervoll nachvollziehbar erzählt, die Kapitel 6 und 7 müssten so in jedem Schulbuch zum Thema Ethik nachzulesen sein und Schüler und Lehrer zum Gespräch über die eigene Position in dieser Gesellschaft anregen.
Sigrun Casper

 

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